Zeugnisausgabe – für viele ein schwarzer Tag

Sommerferien - Zeugnissausgabe, wie eh und je, stehen dem Kind und den Eltern schwere Tage ins Haus. Auch wenn die Noten meistens einigermaßen absehbar sind, ist es doch oft ein Schlag in die Magengrube, schwarz auf weiß zu lesen, dass die Leistungen in Mathematik und Englisch als mangelhaft eingestuft werden oder dass man in einem Fach, das man sehr liebt, nur als ausreichend bewertet wird. Die Kinder fühlen sich abgelehnt, enttäuscht und ausgegrenzt, trauen sich vielleicht gar nicht nach Hause, fürchten den Stress mit den Eltern.

 

Die Eltern reagieren möglicherweise mit Ärger, Wut, aber auch Schuldgefühlen oder Hilflosigkeit. Im Laufe der Schuljahre wird fast jede Familie irgendwann einmal mit Schulproblemen konfrontiert (laut Kinder- und Jugendforscher Klaus Hurrelmann 80 % aller Familien). Für einige bedeutet das Zeugnis dann den Abschied von der Schule oder der Klasse, für andere Pauken statt Ferien.

 

  • Wie können Eltern ihre Kinder in so einer Situation unterstützen und mit der eigenen Enttäuschung umgehen?
  • Geben Noten wirklich eine objektive Auskunft über die Leistung des Kindes?
  • Was sagt die pädagogische Forschung dazu?

 

Es ist nicht leicht, mit einem Zeugnis nach Hause zu gehen, in dem das Wort „gut“ nicht vor kommt.

 

„Ich gehöre also nicht zu den Guten, bin nur befriedigend bis mangelhaft, na toll, dabei habe ich doch versucht zu lernen, aber es hat wieder nichts genutzt. Meine Lehrer mögen mich wohl einfach nicht und meine Eltern...? Die werden ganz schön toben. Wahrscheinlich muss ich jetzt erst mal aufs Schwimmbad verzichten und pauken. Na, das werden ja tolle Ferien!“

 

Schlechte Noten können die Ferienlaune ganz schön vermiesen. Damit der Schüler oder die Schülerin trotzdem erst einmal die Ferien genießen kann und mutig und hoffnungsvoll in Richtung des nächsten Schuljahrs blickt, braucht er Zuspruch, Vertrauen und ein ruhiges Gespräch statt Vorwürfe und Verbote.

 

Da an dem Zeugnis ja erst einmal nichts zu ändern ist, sollten Sie mit Ihrem Kind das Vergangene abhaken und überlegen, was Sie in Zukunft besser machen können: „Ich verstehe, dass du traurig / enttäuscht / wütend wegen der Noten bist, aber wir sollten das Beste daraus machen!“ Um die eigene Enttäuschung zu verarbeiten hilft es, sich die Stärken des Kindes vor Augen zu halten.

 

Überlegen Sie sich Strategien, wie Versäumtes nachgeholt oder wie das Lernen künftig besser geplant werden kann. Dabei sollten Sie natürlich ihr Kind an den Überlegungen beteiligen. „Was meinst du, wie du im neuen Schuljahr besser lernen kannst?“ Wenn Dinge im Schulstoff nicht verstanden wurden, kann es sinnvoll sein, sich das entsprechende Thema noch einmal von jemand anderen erklären zu lassen. Es kann auch helfen, in den letzten beiden Ferienwochen noch einmal Vokabeln zu wiederholen oder das Rechnen oder Schreiben spielerisch zu üben (Scrabble, Kniffel, entsprechende Lernsoftware o.ä.). Es kann auch hilfreich sein, den einen oder anderen Freizeittermin zu streichen, damit in der Woche mehr Zeit für die Schule bleibt. Das sollte aber natürlich nicht das liebste Hobby des Kindes sein, da es darin ja auch einen wichtigen Ausgleich zur Schule findet. Bieten Sie ihre Mithilfe an. Falls Ihr Kind Probleme hat, sich zum Lernen aufzuraffen, sollten konkrete Lernzeiten abgesprochen und eingehalten werden. Dabei kann ein extra Stundenplan helfen, für dessen Einhaltung es dann ruhig auch mal eine Belohnung geben darf.

 

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