Wie fasse ich das Thema an?
Tipps für das offene Gespräch:
Beantwortet jede Frage, die Euch gestellt wird, aber bestärkt nichts, da es wichtiger ist, dass das Kind das Timing und Geschwindigkeit, mit dem sein Informationsbedarf gestillt wird, selbst bestimmen kann. Allzu weitschweifige oder detailreiche Vorträge sind meist eher hinderlich. Achtet deshalb genau auf die Frage und versucht die Antwort genau auf den Punkt zu bringen. Eine altersgerechte Sprache, vereinfacht vieles.
Fragt Euer Kind, was es schon weiß und was es noch wissen möchte. Dann habt Ihr ein abgestecktes Themenfeld und es fällt leichter sachlich zu bleiben. Nehmt Euer Kind in seinen Antworten unbedingt ernst, auch wenn Ihr im Einzelfall vielleicht schmunzeln müssen. Ungeachtet dessen, was Euer Kind sagt, bekundet es dadurch eine natürliche Neugier für seinen eigenen Körper, die eine notwenige Voraussetzung für ein späteres, gesundes und erfülltes Liebes- und Sexualleben ist.
Zieht unter Umständen Bücher zu Rate, die dieses Thema kindgerecht aufbereiten.
Vermeidet Verniedlichungen, sondern bleibt bei den korrekten Bezeichnungen. Bringt Euer Kind aus der Grundschule Euch seltsam erscheinende Vokabeln mit, solltet Ihr die korrekten Begriffe immer wieder einstreuen. Unflätige Bemerkungen solltet Ihr sofort unterbinden. Mach Eurem Kind klar, dass bestimmte Wörter verletzend sind und es gar keine Notwendigkeit gibt, sie zu benutzen.
Manchmal kann es einfacher erscheinen, wenn die Fragen des Kindes vom gleichgeschlechtlichen Elternteil beantwortet werden. Wenn es sich so ergibt, solltet Ihr es aber unbedingt vermeiden, in Verbrüderungen zu verfallen und aus Eurem Sohn einen kleinen Mann oder Eurer Tochter eine kleine Frau zu machen.
Haltet keine Anatomie- oder Physiologievorlesungen, sondern versucht Eurem Kind klar zu machen, dass Geschlechtsverkehr vor allem mit Liebe und Zuneigung zu tun hat.
Verhängt keine Sanktionen, wenn Ihr Euer Kind beispielsweise beim Doktorspielen erwischt. Eine Woche Fernsehverbot oder Hausarrest stillt ohnehin nicht die Neugier auf die eigene Körperlichkeit.
Buchtipp:

Mein Körper gehört mir! Ein Aufklärungsbuch der PRO FAMILIA (Gebundene Ausgabe)
von Dagmar Geisler

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