Wie berufstätige Mütter ihren Stress reduzieren können

Frauen ticken anders als Männer, haben Familiensoziologen festgestellt. Das soll heißen, dass ihr Verhältnis zur Zeit ein anderes ist als das der Männer. Und zwar ein schlechteres: Frauen haben Langzeitstudien zufolge nur ein Drittel der Freizeit, und sie trennen nicht so genau wie Männer zwischen ihren Pflichten und ihrer Freizeit. Selbst wenn Frauen einem Vollzeitjob nachgehen, müssen sie oft nebenbei den Mehrpersonen-Haushalt allein organisieren und die Erziehung der Kinder verantworten. Abhilfe könnte eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten bringen, wie sie in anderen Ländern schon erfolgreich praktiziert wird.
Nur dürfte es noch etliche Jahre dauern, bis solche Reformen sich überall durchgesetzt haben.
Darauf zu warten sei unsinnig, meint Monika Sammer, Mutter zweier Kinder (10 und 14) und Zeitungsredakteurin. Die 45-Jährige, die nach eigenem Bekunden von diesem Spagat zwischen Familie und Beruf "gestählt" wurde, hat ihre Erfahrungen nun für ein "Verwöhnprogramm für gestresste Mütter" verwertet. Ihre Absicht: "das Abknapsen von Zeit, die bislang für Unwichtiges draufging, und sie ausfüllen mit lohnenden Beschäftigungen".
Die wichtigsten Grundlagen bei diesem Programm sind das Erkennen von Zeitlöchern (Wartezeiten, Glotz-Zeiten etc.), das Ablehnen von Aufgaben, das Einlegen von Pausen sowie das Einplanen von Lücken für unerwartete Pflichten. Darauf aufbauend müssen die wichtigsten "Zeitfresser" optimiert werden. Dazu zählen etwa Einkaufen, Wäschewaschen oder Ordnung halten.
Eine Besonderheit dieses Zeitmanagement-Ratgebers ist sein Lebenslust-Programm, bei dem sich Mama vornehmen muss, jeden Tag ein paar Sammelpunkte für entspannende Tätigkeiten zusammenzubringen.
Zwei Punkte gibt es für ein Lavendel-Vollbad oder ein Nickerchen am Mittag, drei Punkte für die Lektüre schöner Literatur und vier Punkte für den Besuch eines Kinos oder eines Fitnessstudios.
Sechs Punkte seien eine gute Zielvorgabe für jeden Tag, aber keine Pflicht. Pflichten hätten berufstätige Mütter schon genug.
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