Wenn’s sein muss…. so gelingt Lernen in den Ferien
Um aus dem Motivationstief herauszukommen, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Variation: Immer nur schriftliche Multiplikationsaufgaben lösen wird nach einer Weile langweilig. Daher ist es gut, Abwechslung in die Aufgaben zu bringen. Dazu können Knobelaufgaben, Textaufgaben oder auch mal ein Sudoku gehören. Beim Vokabellernen kann man die Art des Abfragens variieren, indem man zum Beispiel die Vokabelkärtchen wie ein Memory vor sich hinlegt du sortiert nach sofort gewusst, mit Überlegung gewusst oder nach nicht gewusst.
Autonomie: Wenn Mama immer daneben sitzt, verlässt sich das Kind zu sehr darauf, sofort eine Hilfestellung zu bekommen und verzichtet darauf, die Aufgabe selbst noch mal zu überdenken. Außerdem erlebt es eine erfolgreich gelöste Aufgabe nur zum Teil als eigenen Erfolg. Von daher ist es wichtig, dass Eltern, das Lernen zwar begleiten und unterstützen, sich aber auch zurückhalten können. Sollte das Kind an einem Punkt bei einer Aufgabe nicht weiter kommen und fragen, ist es hilfreich, das Kind selbst zum Nachdenken anzuregen, indem man darauf verweist, was z.B. in der Beispielaufgabe steht etc..
Kompetenzunterstützung: Es ist wichtig, dass die Übungsaufgaben sich an dem orientieren, was das Kind kann. Optimal ist ein mittleres Anforderungsniveau mit interessanten Aufgaben, die nicht zu leicht und nicht zu schwer sind. Sie können die Kompetenz Ihres Kindes aber auch dahingehend unterstützen, indem sie sich gemeinsam anschauen, welcher Lerntyp ihr Kind ist. Beispielsweise hilft es beim Vokabellernen manchen Kindern, sich kleine Zeichnungen auf die Vokabelkärtchen zu machen, weil sie sich so ein Wort besser merken können. Für andere ist das Abfragen besonders wichtig, weil sie dabei das Wort hören.
Emotionale Zuwendung: Auch wenn das Thema Schule mitunter zu heftigen Kämpfen in der Familie führt, sollten die Kinder das Gefühl haben, nicht wegen ihrer Leistungen geliebt zu werden bzw. auch dann geliebt zu werden, wenn es in der Schule mal nicht so gut läuft. Eine warme und vertrauensvolle Eltern-Kind-Beziehung sind die Vorraussetzung dafür, dass Kinder sich der Welt öffnen, Interesse zeigen und lernen wollen. Deshalb sind Motivationstiefs beim Lernen keine Katastrophe. Denken Sie gemeinsam mit Ihrem Kind darüber nach, wie Sie die kleine Krise meisten können: vielleicht die Serie für später aufnehmen oder mit den Kumpels verabreden, dass man später zum Spielen nachkommt.
Eltern, die ihre Kinder beim Lernen unterstützen leisten viel, sollten aber auch ihre Grenzen erkennen. Wenn Hausaufgaben nur noch in Stress und Streit enden und die Kinder auch durch zusätzliches Lernen in den Ferien nicht weiter kommen, sind andere Schritte angesagt. An erster Stelle steht dann ein Gespräch mit dem entsprechenden Fachlehrer oder dem Klassenlehrer. In weiterführenden Schulen wird oft zu einem günstigen Preis Lernhilfe von älteren Schülern angeboten. Und wenn allgemein die Motivation abnimmt, kann auch ein Gern-Lern-Seminar neuen Schwung bringen (Infos dazu bei www.jako-o.de).
Übrigens haben Lena und Anton ihre Lernwoche gut überstanden. Sie gehen mit dem Gefühl wieder in die Schule selbst etwas geschafft zu haben und kennen sich nun mit dem kleinen Einmaleins und einer ganzen Menge englischer Vokabeln bestens aus. Und das ist ja eigentlich schon Belohnung genug.
Ihre Michaela Braun
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