Vorboten der Geburt

Wenn die Entbindung näher rückt

Wenn die letzten Wochen vor dem Entbindungstermin anbrechen, spielt der gewöhnliche Alltag für die Frau eine immer geringer werdende Rolle. Das Baby und der eigene Körper rücken in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und alles dreht sich um die bevorstehende Geburt. Gerade Frauen, die ihr erstes Kind bekommen, sind oft unsicher, wann es denn nun wirklich losgeht und sie ins Krankenhaus fahren sollten.

 

Die auslösende Ursache für eine Geburt ist bisher nicht bekannt. Man nimmt an, dass bestimmte Hormonveränderungen am Ende der Schwangerschaft die Geburt in Gang setzen. In jedem Fall beginnt die normale Geburt zu dem Zeitpunkt, wenn das Kind optimal an das Leben außerhalb der Gebärmutter angepasst ist. Vorboten, die auf die nahende Geburt hinweisen, sind zum Beispiel eine Senkung des Leibes sowie eine Lagerungsveränderung des Kindes, bei der der Kopf in das Becken eintritt.

 

  • Viele Frauen werden in den letzten Tagen vor der Geburt unruhig. Dies ist ein Zeichen dafür, dass alle Kräfte und Gedanken für das große Ereignis gesammelt werden.
  • Andere Frauen sind psychisch labil, schlafen schlecht und haben einen verstärkten Druck auf Blase und Darm.
  • Oft werden auch gegen Ende der Schwangerschaft die Kindsbewegungen weniger.
  • Viele Frauen bemerken einen verstärkten Ausfluss, der rosig-bräunlich, blutig, wässrig oder glasig ist.
  • In den letzten Wochen vor der Geburt spüren viele Frauen Kontraktionen, sogenannte Übungswehen. Die Gebärmutter bereitet sich auf die Geburt vor, es finden ständig Muskelkontraktionen statt, die man auch als Vorwehen oder „falsche Wehen“ bezeichnet. Sie bewirken noch keine oder nur eine geringe Öffnung des Muttermundes. Dabei  verhärtet sich die Gebärmutter – einige Frauen empfinden diese Kontraktionen als störend oder sogar schmerzhaft. In den letzten Tagen vor der Geburt treten sie gehäuft auf.
  • Um den Geburtstermin herum kann es durch Vorwehen zum Abgang von Fruchtwasser – dem sogenannten Blasensprung – kommen. Das Fruchtwasser geht entweder tröpfchenweise oder schwallartig ab. Darauf folgen bald die Wehen. Nach dem Blasensprung sollte das Kind wegen der drohenden Infektionsgefahr innerhalb der nächsten 48 Stunden geboren werden.
  • Ein weiteres Zeichen, dass die Geburt nicht mehr lange auf sich warten lässt, ist bei den meisten Schwangeren der Abgang einer größeren Menge Schleim aus dem Gebärmutterhals – das sogenannte „Zeichnen“. Dieser Schleimpfropf, der die Gebärmutter während der Schwangerschaft verschlossen hat, geht manchmal auch mit etwas Blut ab. Ob der Schleimpfropf vollständig auf einmal abgeht oder an mehreren Tagen hintereinander immer wieder in kleineren Mengen abfließt, ist von Frau zu Frau und von Schwangerschaft zu Schwangerschaft verschieden. Auf dieses „Zeichnen“ kann die Geburt unmittelbar folgen, es können aber auch noch einige Tage vergehen, bis die „echten Geburtswehen“ einsetzen.
  • Das deutlichste Anzeichen, dass die Geburt kurz bevor steht, sind Wehen. Wenn diese noch schwach sind und in unregelmäßigen Abständen auftreten, sollten Sie zunächst noch versuchen, sie zu ignorieren. Machen Sie ein Fuß- oder Vollbad. So können Sie testen, ob die Wehen bereits muttermundwirksam sind oder nicht. „Echte Geburtswehen“ verstärken sich nach einem warmen Bad, „falsche Wehen“ werden schwächer oder verschwinden sogar ganz.
  • Wenn die Kontraktionen alle 15 Minuten erfolgen, ungefähr eine Minute anhalten und nicht abklingen, sobald Sie umherlaufen, wenn Fruchtwasser oder Schleim abgehen, sollten Sie Ihre Hebamme verständigen.

 

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