Suche Familienauto. Checkliste mit 10 Tipps hilft beim Finden!

Es gibt Schöneres als die Suche nach einem Familienauto. Denn die ist oft so lang wie die aktuellen Lieferzeiten, vorausgesetzt es soll ein Neuwagen und kein Gebrauchtwagen sein. Ein paar Monate gehen da schon mal ins Land und das ist vielleicht nicht die erste und wichtigste Frage, vor der man steht, aber dennoch muss sie irgendwann beantwortet werden.
Die nächste Frage ist nicht einfacher: Welches Modell ist das perfekte Familienauto? Inzwischen kommen so viele Modelle als Familienauto infrage, dass man schnell den Überblick verliert bzw. gar nicht weiß, wo man mit der Suche anfangen soll. Vom Klassiker Kombi über Familienvans (5-Sitzer oder 7-Sitzer, mit Schiebetüren oder herkömmlichen Türen) bis zum sportlichen SUV und Hochdachkombi á la VW Caddy reicht die Palette.
Dazu kommt: Ein Familienauto muss so viele verschiedene Ansprüche und Erwartungen erfüllen damit es sich den Namen auch verdient. Da wären Kriterien wie viel Platz, ein großer Kofferraum, komfortable und praktische Eigenschaften, ein niedriger Verbrauch und ein hohes Maß an Sicherheit sind genauso wichtig. Und eine gewisse sportliche Dynamik darf es vielleicht auch sein? Das kann im Familienrat schnell zu heißen Diskussionen führen.
Kurz gesagt: Das neue Auto muss perfekt sein, abgestimmt auf die Familie und ihre ganz individuellen Gewohnheiten und Interessen. Was der eine unter Komfort und Platz versteht, dazu hat der andere eine ganz andere Meinung. Am Ende hängt es von jedem selbst ab, worauf er am meisten Wert legt. Die Checkliste soll bei der Suche nach dem perfekten Familienauto helfen. Aber: Was ist schon perfekt?
- Kofferraumvolumen: Was soll im Auto regelmäßig transportiert werden und vor allem wie viel davon? (Kinderwagen, Kinderfahrräder, Gepäck für drei, vier oder fünf Personen)? Sollen bei Bedarf auch sperrige Gegenstände locker in den Kofferraum passen? Eine konkrete Empfehlung zu geben, wie groß der Kofferraum sein soll, ist nahezu unmöglich. Für Kompaktklasse-Kombis sind es um die 500 Liter Kofferraumvolumen. Das entspricht etwa 14 Kästen Wasser. Am besten ist es immer noch, man nimmt den Kinderwagen mit zur Probefahrt.
- Ladekantenhöhe: Auf das Kofferraumvolumen achten Familien beim Autokauf immer. Die Höhe Ladekante wird fälschlicherweise oft unterschätzt. Wer sein Auto oft und viel beladen muss, und das ist bei den meisten Familien der Fall, der sollte diese Maß nicht vergessen. Orientieren kann man sich an einer niedrigen und damit sehr komfortablen Ladekantenhöhe von 50 cm. Bis zu 67 cm Ladekantenhöhe ist auch im Rahmen. Was komfortabel ist, hängt darüber hinaus von der eigenen Körpergröße ab. Und wie beim Kofferraumvolumen gilt: Probieren geht über Studieren.
- Flexibles Sitzsystem: Im Auto fährt nicht immer die komplette Familie mit. Manchmal sollen auch große Gegenstände von A nach B transportiert werden. Oder andersrum, vielleicht fahren auch mal mehr als die „regulären“ Familienmitglieder mit, z. B. die Freunde des eigenen Kindes. Dann ist es praktisch, wenn sich die einzelne Rücksitze oder die 3. Sitzreihe in einem 7-Sitzer Familienvan komplett und ebenmäßig im Wagenboden versenken lassen. Das Ausbauen der Einzelsitze ist unpraktisch und man braucht Platz in der Garage! Zum Komfort – besonders auf langen Strecken in den Urlaub – gehört auch, wenn sich der Mittelsitz wegklappen und zu einer Armlehne mit Ablagefächern umfunktionieren lässt. Können dann noch die beiden Außensitze diagonal verschoben werden, dann haben die zwei Kinder auf den Rücksitzen genug Platz und Möglichkeiten zum spielen während der Autofahrt? Wichtig ist in dem Zusammenhang auch die Frage, ob sich die Kindersitze einfach integrieren lassen.
Aktuelle News zum Thema Sicherheit im Auto und Kindersitze:
Vor kurzem hat der ADAC seinen jährlichen Autokindersitz-Test 2011 veröffentlicht. Insgesamt 28 Autokindersitze für Babys, Kleinkinder und Schulkinder wurden hinsichtlich Sicherheit, Bedienung / Montage, Material und Schadstoffbelastung untersucht.
Der Testsieger mit einer Gesamtnote von 1,4 ist der Römer Baby-Safe Plus II SHR mit Isofix Base für Kinder bis 13 Kilogramm. Und weitere 15 Kindersitze schnitten mit „gut“ ab. Der Kauf der Autokindersitze Phil & Teds Tott-XT und Brevi Oki b.fix dagegen ist nicht ratsam. Bei ihnen hat der ADAC einen viel zu hohen Gehalt des Weichmachers Phthalat DEHP festgestellt. Für beide gibt es nur die Gesamtnote 5,5.
- Airbags: Wie viele Airbags gehören zur serienmäßigen Ausstattung? Sind darunter auch Kopf- und Seitenairbags für die Rücksitze zu finden? Kann man den Beifahrer-Airbag abschalten, damit die Babyschale auch auf dem Beifahrersitz transportiert werden kann?
- Kindersitze: Gehört das Kinderbefestigungssystem ISOFIX (eine genormte feste Verankerung für Kindersitze, um Bedienungsfehler beim Einbauen von Kindersitzen im Auto zu verhindern und die Sicherheit zu erhöhen) zur serienmäßigen Ausstattung? Lassen sich bereits vorhandene Kindersitze integrieren? Heute sind Kindersitze entweder “universal” zugelassen und können damit in verschiedene Autos eingebaut werden. Oder sie haben eine “fahrzeugspezifische” Zulassung und kommen nicht für jedes Auto infrage. Darauf müssen Eltern achten, wenn sie einen neuen Kindersitz kaufen.
- Kindersicherung: Bei kleinen Kindern mit großem Forschergeist und Experimentierdrang ist ein Einklemmschutz für die hinteren Fenster enorm wichtig. Die Frage ist: Gehört das zur serienmäßigen Ausstattung oder muss man ihn als Extra bestellen? Wenn ja, was kostet das oder rechnet sich evtl. eine höhere Ausstattungsvariante mit weiteren wichtigen Details wie zum Beispiel eine eingebaute Kindersicherung für die hinteren Türen? Viele Autohersteller bieten sogenannte „Familien-Pakete“ als Extra an. Hier lohnen sich der Blick und oft auch die Investition.
- Stauraum & Ablagefächer: Wichtig bei jedem Familienauto sind ausreichend Ablagefächer und Taschen, zum Bespiel in den Türen, an oder unter den Sitzen auch. Noch wichtiger als die vorhandene Menge ist, was passt da rein? Praktische Netze und Halterungen im Innenraum und Kofferraum sowie ausklappbare Tische an den Rückenlehen der Vordersitze komplettieren das Bild vom perfekten Familienauto.
- Türen & Heckklappe: Lässt sich die Heckklappe weit genug nach oben öffnen, damit man sich beim Be- und Entladen des Kofferraums nicht immer ducken muss? Viele Eltern sagen „kein Auto mehr ohne Schiebetüren“ und wissen um das vorteilhafte Anschnallen der Kinder auf den Rücksitzen. Schiebetüren sind immer dann praktisch, wenn es eng wird – in Parklücken, in der Garage... Wem herkömmliche Türen reichen, der sollte testen, ob sie sich weit genug öffnen lassen.
- Materialien: Die Materialien in einem Familienauto sollten einiges aushalten können und leicht abwaschbar sein? Bei kleinen Kindern geht schon mal was daneben. Besonders praktisch, wenn auch nicht schick, ist eine durch Kunststoff geschützte Ladekante. Und wer schon einmal versucht hat, seine Seitenscheiben mit Folie selbst zu tönen, wird nicht wieder auf bereits getönte hintere Seitenscheiben im Auto verzichten wollen.
- Unterhaltung: Gibt es Steckdosen und USB-Anschlüsse an Bord? Integrierte DVD-Player in den Kopfstützen der Vordersitze lassen Kinder eine längere Autofahrt gut überstehen.
Hier gibt es eine Übersicht zu Familienautos http://www.meinauto.de/familienauto nach Fahrzeugklassen sortiert.
Jana Henning
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