Sexualität während der Stillzeit

Sexualität während der Stillzeit Nach der Geburt Ihres Kindes wird oft erwartet, dass der Alltag wieder völlig normal und ohne Störungen weiter läuft. Aber das ist auf keinen Fall möglich! Schließlich verändert Ihr Neugeborenes Ihren Tag und Nacht indem es Sie als Mutter wirklich rund um die Uhr beansprucht. Für ein Baby zu sorgen strengt eine Frau körperlich, aber auch seelisch sehr an. Sie tragen die Verantwortung, denn das Baby ist absolut abhängig von Ihnen, läßt Sie nicht ausreichend schlafen, verlangt all Ihre Energie und zwar jede Minute am Tag. Die Neugeborenenzeit ist eine gemeinsame Kennenlernzeit, die Nerven kostet und Sie als Mutter an die Grenzen Ihrer Belastbarkeit führt. Besonders betroffen sind hierbei alleinerziehende Mütter, die möglicherweise nur geringe Unterstützung erhalten. Wenn Sie in einer festen Partnerschaft leben, muß dies aber auch nicht unbedingt so sein. Obwohl zum Glück für die jetzigen Generationen sich die Väter heute viel engagierter und hilfreich verhalten. Bedingt durch die besondere Beziehung zu Ihrem Kind, ist es verständlich, wenn Sie kein Interesse und emotionale Kraft haben, Ihre Liebe körperlich mit dem Partner zu teilen. Diese innige Liebe zu Ihrem Baby ist aber auch ganz bedeutsam und seit Urzeiten üblich, um einem Kind das Überleben zu ermöglichen und es vor allen Gefahren zu schützen. Als meine älteste Tochter geboren wurde, erhielten wir einen sehr liebevollen Brief eines gemeinsamen Freundes, der unter anderem schrieb, “hoffentlich wird der frisch gewordene Vater es verkraften, nicht mehr der alleinige Mittelpunkt zu sein!" Zuerst lachten wir, aber ein wenig später begriffen wir, wie recht der Freund hatte. Wahrscheinlich schrieb er es uns aus eigenen Erfahrung! Denn die Beziehung zwischen Mutter und Vater verändert sich. Für den Mann, der nun Partner und Vater eines Kindes ist, ist die Umstellung sehr schwer und er muß seine eigenen Wünsche in der Partnerschaft zurückstellen. Aber es verändert sich auch oftmals die Beziehung zum Partner positiver und sie wird stärker und stabiler. Dann ist es auch möglich, dass über die Liebe zum Kind eine besonders intensive und tiefe Verbindung zum Partner gerade auch in der sexuellen Beziehung entsteht. Auf jeden Fall wird durch das Stillen das sexuelle Verlangen bei Ihnen als Frau beeinflusst und viele Frauen erleben ihre eigene Körperlichkeit anders und neu und möglicherweise mit verstärkten Selbstbewußtsein. Es ist aber auch oft möglich, dass bei einer stillenden Mutter nur geringes Interesse an Sexualität existiert. In der Literatur wird erklärt, dass der niedrige Östrogenspiegel hierfür verantwortlich ist. Je älter das Baby wird und die Menstruation (Monatszyklus) wiedereinsetzt, kann der Wunsch nach Sexualität wird zunehmen, bedingt durch die verantwortlichen Hormone, die den Eisprung auslösen. Aber diese Annahme beruht auf Vermutungen, die ich in Gesprächen mit Stillenden herausfand. Sehr oft erwähnen stillenden Mütter in ihren Stillfragen auch hier im kidnet oder in der Stillgruppe, dass sie während der Stillzeit das Problem einer trockenen Schleimhaut der Scheide haben. Dadurch wird der Geschlechtsverkehr als schmerzhaft und unangenehm empfunden. Abhilfe können eine längere Stimulanz sowie eine andere Position oder auch ein Gleitmittel sein. Auf keinen Fall brauchen Sie als Frau und Mann während der Stillzeit auf ihre körperliche Liebe zu verzichten. Während des Verkehrs kommt es zu hormonellen Schwankungen und so kann durchaus der Milchspendereflex ausgelöst werden. Das kann für Sie Beide erschreckend sein oder auch nur als störend empfunden werden und deshalb ist es empfehlenswert zuvor Muttermilch auszustreichen oder das Kind vorher anzulegen, damit die Milch abgetrunken ist. Durch das geringere Interesse an der Sexualität kann Ihr Partner unter Umständen sich vernachlässigt und in seinen eigenen Gefühlen gekränkt fühlen. Diese Zeit der Partnerschaft ist voller Stress und eine Belastungsprobe für eine Beziehung.





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