Muttermilch, ein sicheres Lebensmittel

Rückstandsgehalte sind in den letzten 30 Jahren gesunken

 

Immer wieder werden stillende Mütter durch Berichte über Schadstoffe in der Frauenmilch verunsichert. Um das mit dem Stillen verbundene mögliche gesundheitliche Risiko für den Säugling abzuschätzen, werden seit vielen Jahren insbesondere von Landesuntersuchungs- und -gesundheitsämtern kostenlose Analysen von Muttermilch auf Schadstoffe durchgeführt. Laut Ernährungsbericht 2004 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) belegen die umfangreichen Untersuchungen, dass in Deutschland die Belastung von Muttermilch mit persistenten Organochlor-Pestiziden (OCP), polychlorierten Biphenylen (PCB) und Dioxinen in den vergangenen 30 Jahren um 70 bis 90 % abgenommen hat. Zahlreiche Minimierungsmaßnahmen der letzten Jahrzehnte haben einen positiven Effekt auf die Belastung von gestillten Säuglingen mit Umweltschadstoffen gezeigt.

 

Stillen hat also mehr Vorteile als Risiken. Muttermilch ist die beste Ernährung in den ersten Lebensmonaten eines Säuglings. Sie passt sich seinen Bedürfnissen an und enthält alle erforderlichen Nährstoffe in ausreichender Menge. Stillen fördert eine enge Mutter-Kind-Bindung, schützt den Säugling vor zahlreichen Erkrankungen und beschleunigt die Erholung der Mutter nach der Geburt. Idealerweise sollten Mütter 4 bis 6 Monate ausschließlich stillen und danach, neben der Beikost, weiter stillen.

 

Um mehr Menschen über die Wichtigkeit des Stillens zu informieren, wird jedes Jahr in über 120 Ländern die Weltstillwoche als größte gemeinsame Aktion aller stillfördernden Gruppen begangen. In Deutschland wird sie vom 2. bis 8. Oktober 2006 veranstaltet.

Hintergrundinformation: Muttermilch ist die erste Nahrung für den Säugling. In der Stillzeit können Mütter durch bewusstes Verhalten die Belastung der Muttermilch mit schädlichen Substanzen aus Arznei- oder Genussmitteln wie Nikotin, Alkohol und Koffein steuern. Die Aufnahme von Schadstoffen aus der Umwelt ist dagegen kaum vermeidbar. Die Schadstoffgehalte in Frauenmilch werden im Wesentlichen durch persönliche Daten der Mutter wie Alter, Anzahl gestillter Kinder und Länge der Stillperiode beeinflusst. Regionale Unterschiede in der Belastungshöhe sind nicht zu erkennen.

 

Seit 1989 sind die Dioxin-Gehalte in der Frauenmilch um 70 bis 90 % zurückgegangen, was den Erfolg umfangreicher emissionsmindernder Maßnahmen seit Mitte der 80er Jahre belegt. Auf Grund des Verbotes der persistenten Pestizide in den meisten Industrienationen Anfang der 70er Jahre haben die Gehalte der wichtigsten Organochlor-Pestizide wie DDT, Lindan und Hexachlorbenzol in der Frauenmilch in den letzten 20 Jahren um 85 bis 95 % abgenommen. Als Folge des Verbotes von PCB in offenen Systemen und der strengen Regulierung ihrer Verwendung in geschlossenen Systemen sowie ihrer Entsorgung liegen die PCB-Gehalte in Frauenmilch aus dem Jahre 2003 um 70 bis 80 % niedriger als in Proben aus 1984. PCB wurden in Kondensatoren und Hochspannungstransformatoren eingesetzt, außerdem z. B. in Kunststoffen, Farben, Lacken, Klebstoffen und Dichtungsmassen. Die Konzentrationen der u. a. in Computergehäusen, Textilien und Polstermöbeln als Flammschutzmittel eingesetzten polybromierten Biphenyle (PBDE) liegen in ähnlicher Größenordnung wie zu Beginn der 90er Jahre. Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes sollten die Dioxin- und PBDE-Gehalte in Frauenmilch auch zukünftig zum Anlass genommen werden, weitere Anstrengungen zur Minimierung dieser Kontaminanten in der Umwelt zu unternehmen.

 

Die Ergebnisse der Muttermilchuntersuchungen wurden bereits 1995 von der Nationalen Stillkommission als Grundlage für eine nach wie vor gültige Neubewertung des mit dem Stillen verbundenen gesundheitlichen Risikos herangezogen. Die Stillkommission sieht in den in der Frauenmilch vorhandenen Rückstandsgehalten kein gesundheitliches Risiko für den Säugling und somit auch keinen Anlass für irgendwelche Einschränkungen des Stillens.

 

 Quelle: http://www.verbrauchernews.de/familie/artikel/2006/10/0039/





ausdrucken
weiterempfehlen

Weitere Einträge der Kategorie:

Sexualität während der Stillzeit
Sexualität während der Stillzeit Nach der Geburt Ihres Kindes wird oft erwartet, dass der Alltag wieder völlig normal und ohne Störungen weiter läuft. Aber das ist auf keinen ...

>> mehr

Die Rolle des Partners während der Stillzeit
“Wir haben vorgestern einen kleinen Sohn bekommen und wir möchten gerne zu Ihnen in die Stillgruppe kommen!” Dieser Anruf erreichte mich vor einigen Tagen und ich freute mich, ...

>> mehr

Abstillen – Der richtige Zeitpunkt
Oft werde ich als Stillberaterin gefragt, wann denn der richtige Zeitpunkt des Abstillens gekommen ist. Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn das Abstillen kann ganz unterschiedlich ...

>> mehr

Ratgeber zu Stillen, Säuglingsnahrung und Gläschenkost
Wenn Säuglinge dauernd an Eistees nuckeln, kann das verheerende Wirkungen haben. Die Tees enthalten nämlich Zitronensäure, die den Zahnschmelz auflösen kann. Darauf weisen die ...

>> mehr zum Thema Säugling und Ernährung

Schnuller und Flasche
Egal, ob Sie Ihr Baby gestillt haben oder nicht – das Thema „Saugen, Lutschen, Nuckeln“ ist für die meisten Einjährigen noch keineswegs vorbei. Siegmund Freud nannte das ...

>> mehr

Stillen und Empfängnisverhütung
Es ist Euch bestimmt bewusst, dass das Stillen, die Bereitschaft wieder schwanger zu werden, beeinflusst! Das Stillen verhindert eine erneute und zu “frühe” weitere Schwangerschaft, ...

>> mehr

Wir helfen gern - Unerfüllter kinderwnsch
Unerfüllter Kinderwunsch Beratungsnetzwerk Kinderwunsch (BKiD) gründet Verein In Deutschland sind ca. 1,5 Millionen Paare ungewollt kinderlos. Während die Fortschritte der ...

>> mehr

6 Monate stillen...
Die WHO empfiehlt... WHO-Resolution: 6 Monate ausschließlich stillen! ...

>> mehr

Stillen in den ersten Lebenstagen
Stillen in den ersten Lebenstagen und die Grundregeln des Anlegens Nun ist endlich Ihr Baby da! Die Anstrengungen und Schmerzen der Geburt sind schon fast verdrängt, weil ...

>> mehr

Ernährung während der Stillzeit
Eine besondere Bedeutung haben Lebensmittel auf die Zusammensetzung der Muttermilch.Althergebracht ist auch der Gedanke, das jeder Schluck Milch, den die Stillende trinkt ...

>> mehr

Umfrage:





Newsletter



Möchtest Du regelmäßig über alle
Neuheiten und den wichtigsten News
von Kidnet informiert werden ?
Email:

Vorname:

Name:


Sicherheitscode eingeben:



kidnet Empfehlung


Vergleichen Sie Preise von Apotheken bei apomio.de


HOME | IMPRESSUM | RECHTLICHE HINWEISE | TEAM
© 1997 - 2012 kidnet.de