Wie Arzneimittel auf den Körper wirken

Besonders im Winter kämpfen viele Menschen mit Erkältungssymptomen. Mittel gegen Kopfschmerzen und Schnupfen erhalten Betroffene meist ohne Rezept in jeder Apotheke. „Doch auch diese Arzneien bergen ein Risiko für mögliche Wechselwirkungen mit anderen Mitteln“, weiß Marion Wüst, Apothekerin und Geschäftsführerin der Versandapotheke fliegende-pillen.de. Daher rät die Expertin, sich vorab immer gründlich zu informieren.
Abbauprozesse stören sich gegenseitig
Nach der Einnahme baut der Körper Medikamente nach und nach ab. Spezielle Enzyme in der Leber übernehmen diese Aufgabe. „So lässt sich sicherstellen, dass einzelne Bestandteile nur begrenzt im Körper verbleiben“, beschreibt Marion Wüst. „Wenn ein Mittel nun genau jenes Enzym beeinflusst, das den Abbau eines weiteren steuert, dann wirkt es in der Folge stärker oder schwächer.“ Hervorgerufene Effekte bleiben damit nicht mehr kontrollierbar und bergen Risiken. So hebt beispielsweise Ibuprofen den blutverdünnenden Effekt von Acetylsalicylsäure, der in Kopfschmerztabletten vorkommt, auf. Daneben beeinflusst auch Nahrungszufuhr medikamentöse Wirkungen. Paracetamol etwa hilft langsamer gegen Kopfschmerzen, wenn das Essen sehr ballaststoffreich ausfällt. Experten empfehlen daher, das Arzneimittel eine Stunde vor oder zwei bis drei Stunden nach einer Mahlzeit
einzunehmen.
Medikamentenmix behutsam anwenden
Auch bei gängigen Erkältungspräparaten treten Wechselwirkungen auf. Wenn gegen trockenen Husten eine Kombination aus stillenden und lösenden Säften zur Anwendung kommt, entschleimen zwar die Bronchen, ein Abhusten findet jedoch nicht mehr statt. Dadurch entsteht ein gefährlicher Sekretstau im Rachenbereich. „Weiterhin erhöht die Kombination bestimmter Nasensprays mit Magen-Darm-Medikamenten die Wasserspeicherung im Körper und das Risiko für Natrium-Mangel steigt“, weiß Marion Wüst. Bei rascher Entwicklung bilden sich dadurch starke Kopfschmerzen sowie Übelkeit.
Dosierung nach Anleitung
Weiterhin gilt immer, die Mengenangaben auf Beipackzetteln zu beachten. „Bei empfindlichen Menschen sorgt beispielsweise der in
Kopfschmerztabletten enthaltene Wirkstoff Acetylsalicylsäure schon in geringen Mengen für Magenbeschwerden“, sagt Marion Wüst. Und Nasensprays führen ebenso wie Schmerzmittel bei langzeitigem Gebrauch zu Abhängigkeit. Besondere Vorsicht gilt bei sogenannten Kombipräparaten gegen mehrere Erkältungsbeschwerden. Denn mit der Anzahl an Wirkstoffen steigt auch das Risiko für Nebenwirkungen. „Bei Fragen und Unsicherheiten im Umgang mit Medikamenten stehen Ärzte und Apotheker jederzeit helfend
zur Seite“, schließt Marion Wüst ab.
Weitere Informationen unter www.fliegende-pillen.de.
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