Die Rolle des Partners während der Stillzeit

“Wir haben vorgestern einen kleinen Sohn bekommen und wir möchten gerne zu Ihnen in die Stillgruppe kommen!” Dieser Anruf erreichte mich vor einigen Tagen und ich freute mich, über den aktiven Vater, der sich nach einer Stillgruppe erkundigte. Er stellte auch noch einige Fragen zum stillen, die ihm seine Frau aufgetragen hatte und ich versicherte ihm, dass er eine hervorragende Unterstützung für Mutter und Kind für die beginnende Stillzeit sei. Er versprach im Laufe der nächsten Woche nochmals anzurufen und er wirkte recht zufrieden, als ich ihm sagte, wie wichtig er für die erfolgreiche Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind ist.

 

So oft kommen solche Anrufe von Vätern nicht, es sind auch nur wenige, die mit zur Stillgruppe kommen.
Dabei sind sie dort herzlich willkommen. Wahrscheinlich liegt es aber auch an den Uhrzeiten, wenn die Stillgruppe sich trifft. Aber zum Sommerfest der Stillgruppe lernen wir auch die Väter der Kinder kennen.

 

Es gibt natürlich auch Väter, die der Meinung sind, das Stillen wäre nur etwas für die Mutter und das Baby. Aber das stimmt auf keinen Fall. Denn der Partner ist für eine Stillbeziehung sehr, sehr wichtig. Er kann die Mutter aufbauen, ihr zureden, sie trösten und motivieren, für sie sorgen und abschirmen, wenn von außen zuviel auf sie einstürzt. Aber es ist auch nicht immer einfach, das sich der Vater in seiner Rolle zurechtfindet. Vor allem beim ersten Kind verändert sich das Verhältnis zur Partnerin, er erhält eine völlig neue Aufgabe. Schließlich ist er für ein Kind verantwortlich, für sein Kind! Bereits während der Schwangerschaft macht sich der werdenden Vater Gedanken, um die Gesundheit seines Kindes und seiner Frau. Ob er die Verantwortung tragen kann. Wie die neue Familie finanziell es schaffen wird. Oft fällt das Gehalt der Frau für ein paar Jahre weg und das Erziehungsgeld steht nach einem halben Jahr tatsächlich nicht allen Familien zu, die es durchaus brauchen .

 

Aber viele Väter begleiten die werdenden Mütter mit zu den Geburtsvorbereitungskursen und sind bei der Geburt des Kindes dabei.
Zum Glück haben wir in unserer Zeit die Möglichkeit, dass die Männer nicht nur passiv Vater werden, sondern aktiv von Anfang an dabei sein können, um Mutter und Kind zu unterstützen. .
Als ich geboren wurde, kam es überhaupt nicht in Frage, das mein Vater bei meiner Geburt dabeisein durfte. Aber warten durfte er und nicht wissen, wie es seiner Frau und dem Kind ging. Bis man es ihm offiziell sagte.
Da geht es uns heute wirklich besser.
Die “neuen Väter”, wie sie vor einigen Jahren von Psychologen und Buchautoren bezeichnet wurden, brauchen ihre Väterlichkeit nicht mehr auf das materielle Versorgen ihres Kindes zu reduzieren, sondern sie haben die Möglichkeit von Anfang an eine stabile Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen. Wenn sie bei der Geburt dabei sind, haben sie genauso wie die Mutter die Gelegenheit ihr eigens “Bonding”, also die “Liebe auf den ersten Blick” zwischen Baby und Mutter und Vater zu entwickeln.

 

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