Die Angst vor der Klassenabeit

weit verbreitet, aber kein «Muss»!
Niemand findet Klassenarbeiten angenehm, aber manchen machen sie offenbar nicht so viel aus, für andere sind sie der reine Horror. Im folgenden Text findet Ihr ein paar Erklärungen und einige Tipps, was man gegen die Panik vor der Arbeit tun kann — keine Patentrezepte, keine Wundermittel!

 

Ist «Angst» eigentlich immer negativ?
Nein! Der Begriff ist zwar negativ besetzt, aber Angst hat auch eine positive Funktion. Angst bezeichnet zuerst mal einen bestimmten Erregungszustand, der uns aufmerksamer und auch leistungsfähiger macht. Als Beispiel: wer völlig sorglos und angstfrei mit dem Fahrrad oder Mofa durch die Großstadt fährt, lebt gefährlich, denn er wird unaufmerksam sein oder träge. Eine gewisse Angst ist nötig, weil sie «die Sinne schärft».
Das gleiche Beispiel kann man aber auch nehmen, um die Folgen übersteigerter Angst deutlich zu machen. Wer überängstlich auf Rad oder Mofa sitzt, wird hektisch reagieren, Fahrfehler machen, in Panik geraten.

 

Vergleichbar ist es bei den Klassenarbeiten: ein bisschen Angst macht wach und leistungsfähig, zu viel Angst macht panisch und hektisch, ist also leistungshemmend.
Ängstlichkeit, also die Bereitschaft, Angst zu entwickeln, ist verschieden ausgeprägt. Manche Schülerinnen und Schüler neigen einfach mehr dazu. Aber: niemand kommt mit panischer Klassenarbeitsangst in das erste Schuljahr, sondern sie entwickelt sich auf der Basis von Erfahrungen. Oft beginnt sie in einem Fach, z.B. in Mathe. Aber leider tut sie uns meist nicht den Gefallen, sich dauerhaft auf das eine Fach zu beschränken.
Erst war nur Mathe–Arbeit der Horror, aber irgendwann ist es jede Klassenarbeit.

 

Woher kommt übersteigerte Angst?
Viele Gründe kommen in Frage, die man mal abklopfen sollte. Zuerst gibt es eine vollkommen berechtigte Form von Angst, gegen die man auch nichts tun kann: die Angst wegen Überforderung! Wer merkt, dass schulisch alles schief läuft, man den Stoff trotz aller Mühe nicht richtig versteht, trotz guter Vorbereitung eine Klassenarbeit nach der anderen in den Sand setzt, der muss sich kritisch fragen, ob er die richtige Schulform besucht oder einfach überfordert ist. Natürlich macht das nicht gerade Spaß, wenn man erkennen muss, überfordert zu sein — aber andererseits ist das Ankämpfen gegen dauernde Überforderung einfach sinnlos.

 

Wenn Ihr das Gefühl habt, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein, müsst Ihr das Gespräch mit den Eltern (und vielleicht auch den Lehrern!) suchen. Manchmal merkt man als Schülerin oder Schüler viel eher als die Eltern, dass es einfach nicht mehr geht. Es ist keine Schande, überfordert zu sein, und es gibt für jeden eine Schulform, die den Begabungen und Fähigkeiten gerecht wird. Es ist Unsinn, nach einer einzigen Serie von versägten Klassenarbeiten die Flinte ins Korn zu werfen — aber noch viel größerer Unsinn ist es, sich auf einer Schule halten zu wollen, die man einfach nicht schaffen kann!

 

Viele Schülerinnen und Schüler berichten uns, dass sie in erster Linie Angst vor der Reaktion der Eltern auf eine schlechte Note in der Arbeit haben. Manche Eltern machen in ihrer Reaktion wirklich dicke Fehler, obwohl sie eigentlich immer nur das Beste wollen und sich Sorgen machen. Da hilft nur der Versuch, das Thema zu Hause zur Sprache zu bringen, und zwar nicht gerade nach einer misslungenen Arbeit, sondern in «ruhigeren Zeiten». Ein Beispiel: Viele Eltern haben im Kopf, dass man nicht ‘rumbrüllen soll, wenn Tochter oder Sohn eine «Fünf» anschleppt; stattdessen ziehen sie eine Woche lang ein mieses Gesicht und nerven mit spitzen Bemerkungen. Andererseits sagen uns viele Schülerinnen und Schüler, dass ihnen ein kurzes Donnerwetter viel lieber wäre als wochenlange schlechte Stimmung. Vielleicht hilft es ja schon, das Thema anzusprechen.

 

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