Eine CMV-Infektion kann schwerwiegende Folgen haben

Tobias blickt stumm in die Runde. Er beobachtet gerne, redet aber nicht viel. Dass er schlecht hört, haben die Eltern zunächst nicht bemerkt. Auffällig wurde es erst in der Krabbelgruppe im direkten Vergleich mit den anderen Kindern. Die Mutter hatte während der Schwangerschaft Erkältungssymptome, nichts Gravierendes und kaum wahrgenommen, nur leichtes Fieber, etwas Kopf- und Gliederschmerzen. Für die Schwangere war die „Erkältung“ nicht tragisch, wohl aber für das Baby: Die werdende Mutter hatte sich während der Schwangerschaft mit dem humanen Cytomegalie-Virus (CMV) angesteckt, das diese Symptome ausgelöst hat. Meistens jedoch merken die Infizierten gar nichts davon.


Das Cytomegalie-Virus gehört zu den Herpesviren. Die Erstinfektion erfolgt durch Übertragung von Körperflüssigkeiten wie Urin, Speichel, Blut, Sperma oder auch Muttermilch und verläuft häufig ganz ohne Symptome. In einigen Fällen kommt es zu Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und einer Schwellung der Lymphknoten. Das Virus bleibt wie alle Herpesviren, z. B. das Herpes-simplex-Virus oder das Windpockenvirus, ein Leben lang im Körper und kann in bestimmten Situationen reaktiviert werden. Symptome treten dabei im Allgemeinen nicht auf, problematisch wird diese Reaktivierung aber z. B. für Menschen nach einer Organtransplantation.

 

Infiziert sich eine Frau erstmals während der Schwangerschaft, kann dies für das Kind in etwa 40 Prozent der Fälle schwere Folgen wie Wachstumsstörungen, Gehirnentzündungen, Leber- und Milzvergrößerungen, Schwerhörigkeit und Augenschäden haben. Manche Symptome treten erst Jahre später auf. Mehr als 90 Prozent der infizierten Neugeborenen entwickeln dauerhafte Folgeschäden. Die Sterblichkeit liegt bei etwa 10 Prozent, 40 Kinder pro Jahr sterben daran.

 

Hat sich eine werdende Mutter mit dem Virus angesteckt, kann mit CMV-Immunglobulinen behandelt werden, was die Häufigkeit von angeborenen Schädigungen des Kindes deutlich verringert. Das Präparat ist zurzeit allerdings noch nicht für Schwangere zugelassen, sondern nur für transplantierte und immungeschwächte Patienten. Die Zulassung der Immunglobuline für Schwangere wird derzeit in einer Studie geprüft. Der Gynäkologe kann das Präparat aber in Absprache mit der Patientin „off label“ verabreichen, dass heißt außerhalb der Zulassung. Die ersten Behandlungen von Schwangeren mit Immunglobulinen sind sehr positiv verlaufen. Da in der Schwangerschaft keine Virustatika gegeben werden dürfen, ist diese neue Therapiemöglichkeit besonders wichtig.

 

Durch eine Blutuntersuchung beim Gynäkologen kann jede Schwangere feststellen lassen, ob sie mit dem Virus bereits Kontakt hatte. Trägt sie das Virus bereits in sich, ist eine Schädigung des Kindes durch eine Reaktivierung sehr unwahrscheinlich. Ist sie negativ, sollte die Untersuchung während der Schwangerschaft etwa alle acht bis zwölf Wochen wiederholt werden. Die Kosten werden bisher allerdings nicht von den Krankenkassen übernommen.

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.dgk.de/cytomegalie

Quelle: http://www.verbrauchernews.de/





ausdrucken
weiterempfehlen

Weitere Einträge der Kategorie:

So wählen Mütter das ideale Stillkissen aus
Das Stillen ist in den letzten Jahren wieder zu einem großen Thema geworden. Zunehmend mehr Frauen nehmen sich vor, ihre Kinder vergleichsweise lange zu stillen. Allerdings müssen ...

>> mehr

Schöne Kinder, schöne Mütter
Unmittelbar nach Eintritt einer Schwangerschaft kommt es zu zahlreichen hormonellen Veränderungen. In den folgenden Wochenund Monaten stellt sich der Körper auf eine besondere Anforderung ...

>> mehr

Schwangerschaft: So kommt der schlappe Darm in Schwung
Verstopfung plagt viele werdende Mütter  Welche Mittel erlaubt der Arzt? Die meisten Frauen, die ein Baby erwarten, müssen sich gleich zu Beginn der Schwangerschaft auf einige ...

>> Mehr zum Thema Schwangerschaft & Verdauung...

Parodontitis kann Frühgeburten auslösen
  Seit Anfang der 90er Jahre weiß die zahnmedizinische Forschung um den Zusammenhang zwischen Zahnfleischerkrankungen (Parodontal-Erkrankung) und dem erhöhten Risiko von ...

>> Mehr zum Thema Frühgeburt und Paradontitis..

Sport in der Schwangerschaft
 von Monika Mockenhaupt Eine neue Studie der Sporthochschule Köln zeigt, dass Frauen, die in den neun Monaten der Schwangerschaft Sport treiben, wesentlich weniger Geburtskomplikationen ...

>> mehr

Fit in den Kreißsaal
Bewegung tut gut, baut Stress ab, bringt eine positive Stimmung - und ist eine gute Vorbereitung auf die Geburt. Ab und zu und mit Vergnügen sollten Schwangere Sport treiben. Vorausgesetzt, ...

>> mehr

Schwangerschaftsdemenz – nur Einbildung?
Das Phänomen tritt während der Schwangerschaft auf und ist manchmal lustig, manchmal auch beängstigend für die werdenden Mütter. Nach einem kurzen Blick in diverse ...

>> mehr

Gesunde Zähne in der Schwangerschaft
„Jedes Kind ein Zahn“- der bis heute noch existierende Volksglaube stimmt zum Glück nicht mehr. Vorausgesetzt man legt in der Schwangerschaft besonderen Wert auf die Zahnpflege, eine ...

>> mehr

Kinder müssen nicht teuer sein
Deutsche Frauen wünschen sich laut Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung im Schnitt nur 1,75 Kinder, Männer 1,59. Viele junge Paare schreckt die finanzielle Belastung: ...

>> mehr

Zehn gute Gründe für ein Baby
Immer mehr Frauen entscheiden sich erst nach dem dritten Lebensjahrzehnt für ein Kind - Trotz aller Risiken birgt eine späte Mutterschaft auch viele Vorteile Nicht nur Hollywoodstars ...

>> mehr

Umfrage:





Newsletter



Möchtest Du regelmäßig über alle
Neuheiten und den wichtigsten News
von Kidnet informiert werden ?
Email:

Vorname:

Name:


Sicherheitscode eingeben:



kidnet Empfehlung


Vergleichen Sie Preise von Apotheken bei apomio.de


HOME | IMPRESSUM | RECHTLICHE HINWEISE | TEAM
© 1997 - 2012 kidnet.de