Abstillen – Der richtige Zeitpunkt

Oft werde ich als Stillberaterin gefragt, wann denn der richtige Zeitpunkt des Abstillens gekommen ist.
Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn das Abstillen kann ganz unterschiedlich verlaufen Als allgemeine Empfehlung gilt zunächst, das Sie Ihr Baby 6 Monate vollstillen.
In diesem Alter zeigen die meisten Stillkinder Interesse für andere Nahrung als nur Muttermilch und dann ist sicherlich der Zeitpunkt, das Beikost eingeführt wird, gekommen.
Bei allergiegefährdeten Kinder möchte ich diese Empfehlung aus eigener guten Erfahrung ausdehnen auf das Alter von 8 Monaten, um dann nach und nach die Beikost einzuführen. Ein langsames Abstillen ist für Sie als Mutter aber auch für Ihr Kind am vorteilhaftesten. Ihrer Brust tut es gut, nach und nach die Milch zu reduzieren und für Ihr Kind ist es gut, die Muttermilch nach und nach durch eine andere feste Mahlzeit ersetzt zu bekommen.
Die Milchbildung stellt sich hierbei auf den Bedarf Ihres Kindes ein und wird nach und nach weniger. Dann brauchen Sie eigentlich weiter nichts zu tun und auch keine Medikamente zu nehmen. Sollten Sie allerdings Probleme mit der Brust bekommen, dann kühlen Sie auf jeden Fall die Brust und reduzieren Ihre eigene Trinkmenge auf maximal 500 ml am Tag.
Sie können ebenfalls ein bis zwei Tassen Salbeitee pro Tag trinken, denn Salbei reduziert ebenfalls die Milchmenge. Es kann jedoch auch passieren, das Ihr Kind während des geplanten Abstillens erkrankt und Sie haben bereits Ihre Milchmenge deutlich reduziert, aber wenn Sie Ihr Kind wieder öfter anlegen, dann steigern Sie mühelos wieder die benötigte Milchmenge.
Es regelt sich nach Angebot und Nachfrage. Ihr Kind braucht die Milch und Sie bieten an! Wenn es wieder gesund ist, beginnen Sie wieder mit dem Abstillen.
Sollten Sie dann Probleme mit der Brust bekommen, können Sie wie oben verfahren und bei einer harten Brust warme Umschläge machen und vorsichtig Milch ausstreichen (lassen Sie sich dies bitte von einer Stillberaterin oder Hebamme zeigen) und bei Bedarf können Sie auch Quarkwickel verwenden.
Ich habe auch schon öfters von Müttern gehört, dass Ihr Baby einfach nicht mehr trinken mag. Das kann verschiedene Ursachen haben. Wenn es sich um ein größeres Kind handelt, kann es bedeuten, das es sich selbst abstillt von heute auf morgen. Bei einem kleinerem Kind, sei es ein Baby oder ein Säugling können dann verschiedene Ursachen schuld daran sein.
Zum Beispiel, dass Sie ein neues Parfum verwenden (als Mama riechen Sie dann einfach anders und nicht mehr vertraut), vielleicht haben Sie im Essen zuviel Knoblauch gehabt, der verändert auch den Geschmack der Milch oder im Monat Mai Spargel gegessen.
Vielleicht hat Ihre Menstruation (Regelblutung) wieder eingesetzt, auch dann verändert sich der Geschmack der Muttermilch.
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