IQ-Test sinnvoll?

Frage vom 23.08.2011:
Liebe Frau Reimann-Höhn, unser Sohn (6 1/4J) bringt mich mal wieder zum Nachdenken. Wie Sie wissen (von Ihrer Net-Seite), wurde er bereits mit 5 1/4J eingeschult und hat die ersten Klasse sehr gut geschafft. Nach wie vor ist es so, dass er ziemlich aggressiv ist, zwar nicht mehr schlägt, aber dafür oft laut redet und uns anschreit. Er erscheint im Moment sehr unzufrieden; jede Kleinigkeit, die nicht so läuft, wie er es sich vorstellt, macht ihn total wütend. In der Schule war es im letzten Jahr so, dass seine Begabung im sprachlichen Bereich kaum beachtet wurde. Er selbst findet es schade, dass er nie "Lesekönig" war und ist der Meinung, er sei in allen Dingen viel schlechter als seine Klassenkameraden. Er kann nichts, weiß nichts und überhaupt... Wir können ihn nicht vom Gegenteil überzeugen. Nun sind wir am Überlegen, ob es sinnvoll ist, einen IQ-Test machen zu lassen. Wir versprechen uns davon, dass die Schule dann besser auf ihn und seine Begabungen eingehen wird / kann. Der Direktor meinte vor gut einem Jahr, dass man J. speziell fördern müsse, falls sich herausstellt, dass er doch hochbegabt sei. Man wolle ja nicht, dass seine mögliche Begabung verloren geht. Er ist in der Schule aber vollkommen unauffällig - in allen Bereichen. Ist in unserem Fall ein Test sinnvoll oder erhoffen wir uns da etwas Falschen? Liebe Grüße, Katrin

beantwortet am 17.08.2011 von Uta Reimann-Höhn:

Liebe Frau Kazmirzak,

ich denke, Ihr Sohn muss einfach emotional noch "reifen", in dieser Hinsicht hängt er seinen Klassenkameraden natürlich hinterher. Das lässt sich ja nicht erzwingen, sondern ist ein Reifeprozess.
Dass die Schule mehr tut, wenn eine Hochbegabung dokumentiert wird, glaube ich eher nicht. Schon jetzt sollen ja alle Kinder gemäß ihren Möglichkeiten unterrichtet werden, sollten an ihrem Leistungsniveau abgeholt werden. Was sollte die Lehrkraft denn ändern?
Wenn Sie allerdings glauben, dass eine Veränderung zum Besseren stattfindet, sollten sie den Test machen lassen.Das kann ich natürlich nicht einschätzen.

Vielleicht wäre es besser, wenn ihr Kind seine sozialen Kompetenzen weiter entwickelt, also Fähigkeiten im Freizeitbereich in der Gruppe mit anderen erweitert. Das könnte sein Selbstbewusstsein stärken.

Viel Erfolg wünscht

Uta Reimann-Höhn

 



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